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3 Fakten zur Amazon-Kontensperrung

3 Fakten zur Amazon-Kontensperrung

Sandra May
Sandra May

Amazon ist für viele im Online-Handel Tätige ein unverzichtbarer Vertriebskanal. Für einige ist der Marktplatz sogar das Hauptstandbein. Umso gefürchteter sind die Sperrungen, von denen Verkäuferkonten betroffen sein können. Gefürchtet sind sie aus zwei Gründen: Zum einen kann während einer Sperre nichts verkauft werden, zum anderen geht mit der Sperre auch oftmals ein Einfrieren von Guthaben einher. 

Daher sollte sich jeder, der vorhat, Amazon zu nutzen, mit den Fakten auseinandersetzen, damit es überhaupt gar nicht erst zu einer solchen Sanktion kommt. 

Fakt 1: Amazon darf Verkäuferkonten sperren

Vorab: Im allgemeinen Sprachgebrauch wird oft von einer Sperre gesprochen. In der Praxis nutzt Amazon aber verschiedene Werkzeuge, um Regeln durchzusetzen. Neben dem kompletten Einfrieren eines Accounts nebst Guthaben, kann es beispielsweise auch zu einer Einschränkung der Verkaufsaktivität oder einer Kündigung kommen. 

Wird ein Konto eingefroren, so ertönt die erste Frage oft reflexartig: Dürfen die das? Grundsätzlich darf Amazon Verträge mit Verkäufern kündigen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: die ordentliche und die außerordentliche Kündigung. Für die ordentliche Kündigung gibt es eine Frist von 30 Tagen. Will Amazon einen Händler-Vertrag ordentlich kündigen, so muss diese Kündigungsfrist eingehalten werden. Außerordentliche Kündigungen sind etwas anderes. Hier versucht der Konzern durch eine direkte Sperre sein Hausrecht durchzusetzen, denn: Wie der Betreiber eines Kaufhauses kann das Unternehmen auch im virtuellen Raum Hausrechte ausüben. Daher spricht man hier von einem virtuellen Hausrecht.

Um eine Sperre zu vermeiden, solltest du dich an die Hausregeln des Marktplatzes halten. So drohen beispielsweise Sperren, wenn:

  1. Du gekaufte Bewertungen verwendest.
  2. Bewertungen in sonstiger Weise manipulierst.
  3. Markenware anbietest und stattdessen Fälschungen versendest.
  4. Waren mehrmals in einem mangelhaften Zustand versendest.

Die Kündigung geht allerdings oft mit dem Einfrieren des Guthabens einher. Auch für dieses Einfrieren gibt es Gründe: Wird ein Händler beispielsweise gesperrt, weil er Kunden in betrügerischer Absicht minderwertige Ware versendet, muss der Marktplatz beispielsweise damit rechnen, dass die Kunden Ansprüche geltend machen. Für die Erfüllung dieser Ansprüche kann auf das eingefrorene Guthaben zurückgegriffen werden. Amazon selbst räumt sich eine 90-tägige Frist ein, nach deren Ablauf Betroffene ihr Guthaben herausfordern können.

Fakt 2: Sperren müssen begründet sein

Kommt es zu einer Sperre, so wird diese im Regelfall begründet. Allerdings werden hier im ersten Schritt oftmals eher pauschale Begründungen verwendet, die nicht immer auf den ersten Blick nachvollziehbar sind. Solltest du von einer Sperre betroffen sein und den Grund nicht nachvollziehen können, solltest du dich direkt an Amazon wenden. Der Marktplatz muss die Gründe für die Sperrung angeben und dir natürlich auch die Möglichkeit zur Stellungnahme geben. 

Fakt 3: Für Maßnahmenpläne gibt es keine Patentrezepte 

Um eine Sperre wieder zu lösen, können Betroffene einen Maßnahmenplan erstellen. Vereinfacht gesagt geht es beim Maßnahmenplan darum, Amazon zu zeigen, wie man es in Zukunft besser machen will. Häufen sich beispielsweise Kundenbeschwerden über verspätete Lieferungen, kann der Händler darlegen, was er konkret ändern möchte, um in der Zukunft zufriedenere Kunden zu haben. 

Ein Patentrezept für einen erfolgreichen Maßnahmenplan gibt es übrigens nicht. Während die einen mit einem kurzen Plan erfolgreich sind, sind es die nächsten nicht. Hier geht es darum, möglichst überzeugend an Hand von konkreten Maßnahmen darzulegen, dass das Problem künftig nicht mehr auftauchen wird. Immerhin steht bei Amazon eines im Vordergrund: die Zufriedenheit der Kunden. Bei einem Maßnahmenplan solltest du dieses Ziel auch im Blick haben.

Fazit: Kontensperrungen können gelöst werden

Was aber lernen wir aus diesen Fakten? Kontensperrungen sind für die Betroffenen ungünstig, sollen aber dem Zweck dienen, für Fairplay auf dem Marktplatz zu sorgen. Wer von einer Kontosperrung betroffen ist, sollte in jedem fall in Kontakt mit dem Marktplatz bleiben, um Maßnahmen zu ergreifen, die zur Entsperrung des Kontos führen.

Der Händlerbund hilft!

Neben Rechtstexten stellt der Händlerbund auch im Falle einer Kontosperrung als zuverlässiger Partner an der Seite von Online-Händlern und -Händlerinnen. 

Wenn Sie sich als Händler jetzt für die umfangreichen Rechtsdienstleistungen des Händlerbundes entscheiden, erhalten Sie über die Partnerschaft zwischen Movesell und Händlerbund einen Nachlass von 3 Monaten auf das Mitgliedschaftspaket Ihrer Wahl. Jetzt informieren!

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Sandra May

Haendlerbund
Sandra May schreibt als juristische Expertin für OnlinehändlerNews. Bereits im Studium auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts spezialisiert, wagte sie nach Abschluss des Referendariats den Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.

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Henry Krause